Archive

Social software tools within the enterprise - not a revolution but an evolution

In the following of my other posting (in German) and in regards to foster the discussions about Enterprise 2.0 for our upcoming event I am happy to share with you another video of the Intranet 2.0 FORUM in Zurich on Dec 7th.
It’s the presentation of Richard Dennison of BT talking about “Social software in a corporate context: the BT experience!”:


Sevenload Direkt

Slides at SlideShare

There were three statements from Richard that I found very remarkable in the context of my Enterprise 2.0 case evaluations:

The first is taken from his lessons learned - there he is talking about the perception of social software comparing towards classical information management solutions like the CMS-based intranet at BT. While he first thought that the use of social software is a revolution, he is now aware that it is an evolution - in regards to a more open and collaborative approach of managing information - as in “Be Open & Collaborate”.

Second is the grassrooted notion about how to emerge these kinds of projects as in “Be Viral”:

We did not publizee any of our social tools at all; all what we have done - we had made them available for people to use and then let them grow

And third - similar to second but from a technical point I think it is also remarkable that the success of BT social software initiatives is not based on an integrative approach but on a combination of different tools and services - behind this one can see an understanding of the tools and system offerings as a platform as in “Be a Platform”.

Unfortunately I could convince any of the BT guys (though trying very hard!) to join in at the discussions at the Enterprise 2.0 - hope this is not a result of Richard’s learnings “from his conference frenzy”.

Some more in-depth coverage and interpretations of Richard’s presentation can be found here:

  • http://webonomy.blogspot.com/2007/12/intranet-forum-social-media-im.html (German)
  • http://netjmc.typepad.com/globally_local/2007/12/intranet-20-f-1.html

01blog berichtet über CeBIT Highlights

Das 01blog als kollaboratives Publishingprojekt zur CeBIT von den Machern des Spreeblicks berichtet täglich von den Hightlights zur CeBIT - und hocherfreut konnte ich feststellen, dass auch der Enterprise 2.0 SUMMIT hier Erwähnung findet.

Nur bei der zeitlichen Zuordnung muss etwas durcheinander gekommen sein - so startet der SUMMIT ja erst um 11:40 Uhr und unterteilt sich dann in die Blöcke “Keynotes” mit Überblick, erster Veranstaltungsblock zu “Building the next Generation of Informational Architectures” und zweiter Veranstaltungsblock zum “Mass Collaboration”. Das hat eine innere Logik und macht andersherum wie im 01blog publiziert, keinen Sinn. Sorry - hier noch einmal der Link zum deutschen Programm-Flyer.

Be Open & Collaborate: Erfolgsfaktoren beim Wiki-Einsatz

Das Intranet 2.0 FORUM in Zürich ist schon eine Weile her - und im Web gab es hierzu ja auch schon einige sehr gute Dokumentationen wie hier bei Webonomy sowie auch auf anderen Sites (z.B. hier, hier und im Blog meines Kollegen Stephan Schillerwein). Vor dem Hintergrund des bevorstehenden Enterprise 2.0 SUMMITs und den dort zur Diskussion stehenden Projekten möchte ich aber noch einmal auf ein paar Vorträge von der Veranstaltung eingehen, ein bisschen Video-Material freigeben sowie wichtige Aspekte nochmals herausstellen bzw. zur Diskussion stellen.

Zunächst einmal der Video-Mitschnitt - sowie die Präsentation - direkt von Jürg Stuker bereitgestellt:


Sevenload Direkt

Download der Präsentation

Wesentliche Erfolgsfaktoren für Wiki-Projekte sind nach Stuker ein offener und authentischer Umgang mit dem Werkzeug - sprich keine Zugangsbeschränkungen, keine “Wände” (sprich versteckte Bereiche!), die etwas vor anderen verbergen, bzw. keine zurückgehaltenen Informationen und kein stellvertretendes Authoring. Im Mittelpunkt steht damit einmal mehr der Aspekt: “Be Open & Collaborate”.

Das bedeutet, dass Wikis Hierarchien durchbrechen dürfen/müssen - nur wenn über Hierarchiestufen und Abteilungsgrenzen hinweg Informationen “frei” gesammelt, publiziert und ausgetauscht werden können, wird das Wiki-Konzept funktionieren. Als wichtige Basis muss hier zunächst “Vertrauen” geschaffen werden - Vertrauen in die offene Kommunikations- und Publikationsmöglichkeit, wo Fehler gemacht werden dürfen, Fehler ohne Konsequenzen korrigiert werden, keine Sanktionen bei falscher oder irrelevanter Informationsbereitstellung erfolgen und das Korrektiv immer das Kollektiv und nicht die Organisation ist.

Aber auch Wikis sind nach Stuker nicht per se, das immer perfekt strukturierte System. Der Einzelne macht Fehler bzw. erzeugt irrelevante Informationen, die das Kollektiv nicht immer sofort erkennt bzw. toleriert. Deshalb empfiehlt er dennoch einen Moderator - in der Wiki-Szene auch als WikiGnome bezeichnet.

Definition aus Wikipedia:

A WikiGnome is a wiki user who makes useful incremental edits without clamouring for attention.

Vor dem Hintergrund des Rufes nach Offenheit und organisatorischer Dezentralität (Wiki muss Hierarchien durchbrechen!) widerspreche ich aber Stuker, wenn er sagt, dass die Moderation als Funktion eines Mitarbeiters zugesprochen werden sollte. Dies führt wieder dazu, dass der Moderator über den Autoren steht, was im Sinne von Rod Beckstrom wiederum eine “Spinne” ausmacht und nicht den “Seestern” repräsentiert. Ich denke, erst die vollständige Dezentralität wird das Wiki-Projekt zum langfristigen Erfolg bringen. Und dabei müssen sich Moderatoren aufgrund ihres selbstmotivierten Engagements in dem Wiki-Projekt als Moderatoren und damit als “WikiGnomes” auszeichnen.

Ich bin schon sehr gespannt auf die Wiki-Fallstudien von Motorola, Fraport und SFR beim Enterprise 2.0 SUMMIT und darauf, inwieweit in diesen erfolgreichen Projekten die von Stuker propagierten Erfolgsfaktoren sich wiederfinden.

Weitere Zusammenfassungen zu diesem Vortrag:

  • http://webonomy.blogspot.com/2007/12/intranet-forum-best-practices-fr-wikis.html
  • http://blog.namics.com/2007/12/tipps_fur_den_e.html

Wen adressiert das Thema “Enterprise 2.0″?

In der Vorarbeit zum Enterprise 2.0 SUMMIT haben wir uns mit der Frage beschäftigt, wen adressiert das Thema überhaupt und ist das Thema bereits eine relevante Fragestellung für Unternehmen?

Um das beantworten zu können, muss man sich zunächst noch einmal verdeutlichen, was hinter der Begrifflichkeit “Enterprise 2.0″ überhaupt steckt. Aus meinen Recherchen bei McAfee, Tapscott, Hinchcliffe und anderen habe ich für mich das Erklärung gezogen, dass die Bezeichnung “Enterprise 2.0″ die Veränderungen in den Technologien, Strukturen und Prozessen beschreibt, die mit der Anwendung von sogenannten “Social Software”-Konzepten im Unternehmenskontext einhergehen. Im Mittelpunkt dieser Diskussion steht also nicht eine besondere Technologiegattung bzw. ein neues Prozess- bzw. Organisationsmodell, sondern die Effektes des Einsatzes von “Social Software” wie Blogs und Wikis bzw. von um solche Ansätze erweiterte Anwendungskonzepte. Im wesentlichen geht es dabei um einfachere Benutzerschnittstellen, partizipatorische Anwendungskonzepte und die elektronische Vernetzung von Mitarbeitern, die in der Folge zu einer Verbesserung der Kommunikations- und Kollaborationsstrukturen im Unternehmen führen.

Damit schaffen diese Anwendungsansätze Innovations- und Flexibilitätsvorteile, was im Hinblick auf die Wettbewerbssituation vieler Unternehmen einen strategisch wichtigen Faktor darstellt. So erläutert z.B. Euan Semple beim SUMMIT, wie er in seiner ehemaligen Funktion als Head of Knowledge Management durch den Einsatz solcher Werkzeuge immense Veränderungsprozesse bei der BBC angestoßen hat:

I wanted them to use it for whatever they felt made a difference and also wanted it to be a social space to foster the relationships that are so important in business.

Das Thema adressiert damit ganz unterschiedliche Entscheidungsbereiche. Natürlich sollten sich IT und Informationsmanagement-Verantwortliche mit diesem Thema beschäftigen. Mit dem SLATES-Ansatz bieten die Tools neue Ansätze auch für das Wissensmanagement. Vielfach sind es auch Prozessverantwortliche, die durch eine Flexibilisierung des Informationsstromes wie z.B. bei der Wiki-Fallstudie von Motorola (siehe SUMMIT-Programm) die Prozesse verändern wollen. Im Hinblick auf die Innovationspotentiale durch die nach außen gekehrte Kommunikation im Sinne von “Be Open & Collaborate” sollte es darüber hinaus auch Innovations- und Change-Management-Verantwortliche interessieren. Das Thema ist also weit gesteckt - mit der Auswahl der Cases beim SUMMIT haben wir versucht die ganze Spannbreite des Themas einmal abzudecken.
Für alle, die sich für das komplette Programm interessieren - hier geht es zum Online-Programm und hier zum Download des Programm-Flyers.

Wie gut ist Social Search?

Das Thema “Social Search” beherrschte die Session “Humans Disrupting Algorithms” beim DLD 2008, in der Jason Calacanis von Maholo und Jimmy Wales von Wikipedia/Wikia Search mit David Kirkpatrick diskutierten. (Ein Transkript der Session findet sich bei ReadWriteWeb)

Die Bewertung dieser Session fällt sehr unterschiedlich aus: Während Jeff Jarvis das Thema als wichtige Entwicklung in 2008 sieht, sehen Holger Schmidt von der FAZ und Olaf Kolbrück vom Horizont es eher nüchtern.

Michael Arrington von TechCrunch kommentiert die Session hier wie folgt:

Jimmy and Jason each gave a brief overview of their human powered search engines. Jason railed on Google and other big engines, saying algorithms have failed to control spam and SEO gaming, and that humans must be involved to get good results. Jimmy was more circumspect, and spent most of his time arguing that large numbers of people will be willing to spend time helping Wikia Search develop good results.

Neben ein paar Video-Eindrücke aus der Session, die er in seinem Post bietet, ist aber vor allem die Diskussion in den Kommentaren sehr lesenswert.

Dabei stellt sich die Frage, inwieweit die kollektive Intelligenz effektiver und am Ende des Tages auch nachhaltig refinanzierbar als automatisierte Algorithmen sein kann.

In der Fokus Medialine habe ich dann noch folgendes Video über Wikia gefunden.

Digital Music Business Review / 28.01.

Ich bin heute gerade zu einer Inhouse-Veranstaltung der PBS AG (siehe Beitrag von Thomas hierzu) - von daher hier nur gelistete Fundstücke mit kurzen Anmerkungen aus meinem Feed-Studium von heute morgen:

Mashable: Warner Music Sues Seeqpod:

Whats interesting about this case is that Seeqpod is a search engine; it links to content as Google would, although it does allow users to play the content from their site, but ultimately they never host any of the content.

Die Musikverlage kapieren es einfach nicht: Da bekommen sie kostenlose Reichweite und strafen es ab.

ReadWriteWeb: How Last.fm Will Create “Communities Around Content”
Erklärt und interpretiert die CBS Erklärung, dass man (sprich CBS als Eigentümer hinter Last.FM) mit Last.FM Communities rund um Content bauen möchte:

So we can imagine every song, every artist played or featured on a CBS property most likely will be referenced, cross-referenced, and made available through Last.fm, giving CBS another way to reach like-minded consumers who want to share their interests with others.

Also hier versteht nun jemand die Potentiale der Wertschöpfung rund um digitalen Content - dennoch bleiben meine Kritikpunkte an dem Last.FM-Subscriptionmodell.

Zum Launch von Qtrax:
ReadWriteWeb:

it’s the world’s first free and legal P2P file-sharing network that has the support of all four major record labels (EMI, SonyBMG, Universal Music Group and Warner Music Group).

Mashable: Qtrax To Finally Launch. No Love For iPod Lovers.:

The problem comes in that the service will run on a proprietary program and will be ad supported. All songs will be downloaded inside of the QTrax program, and played from there, and while the songs are playing you’ll be seeing banner ads going by. This is an essential part of the setup as two-thirds of each ad revenue dollar will go to the labels as their payment for leasing the songs to the service.

ReadWriteWeb: Qtrax Launches: Free and Legal Music Downloads Have Arrived:

What’s most important about Qtrax’s launch is the changed mentality of the record labels’ vision for the online music marketplace. Having them realize that they must offer free music in order to compete with industry behemoths like iTunes, is a promising step in the right direction.

Mashable: Sony BMG Exec Talks Nonsense At MidemNet
Paul Glazowski kritisiert das Subscription-Modell als funktionierendes Geschäftsmodell für den Online-Vertrieb von Musik. Er geht dabei auf das Preis-Nutzen-Ungleichgewicht von 10-15 US$ als monatliche Abo-Gebühren und der Nutzung des Otto-Normal-Musik-Konsumenten. Des weiteren sieht er die Wertunterschiede in der Musik als weiteren Kritikpunkt. Für mich stellt sich aber weiter die Frage, ob es für das digitale Gut als Solches überhaupt eine Preisbereitschaft gibt!

Help needed: Do you know this list of items?

I have made a notice last week on some key success factors regarding “new” Internet strategies that I had found in an article. Unfortunately I did not writedown the source - and a Google search also does not help me on this, therefore I thought about maybe the collective intelligence could help me. If somebody recognizes this list and the source, I would be very thankful to let me know.
The notice I have made was about a list of five items:

  • Be Disruptive
  • Be Viral
  • Be a Platform
  • Be a Verb
  • Be Open & Collaborate

Here are my interpretations of this items:
The first item about “being disruptive” is a very common advise having its source in the writings of Clayton M. Christensen about “disruptive technology” and “disruptive innovation”. It is the action of “overturning the existing dominant technologies or status quo products in a market”.
The second item is about having characteristics within my product and my strategy that people are likely to talk to others and to chat about (in terms of a self-replicating viral process) or whose values are enhanced by some kind of network effects.
The third item is a key phrase Tim O’Reilly is discussion in his article about “What is Web 2.0?”. Whereas already some companies from the Web 1.0 has marketed their products with this slogan, the new notion of this is the understanding of the impact and power of the several niches (aka the “long tail”) - this is where the value is created. Be a part of the value creation and provide services platforms to support the value creation.
The forth item is the continuation of the third item where the service becomes at least a part if not one of the dominant notions
of some kind of usage patterns as in “to google” something, “to facebook” somebody or “to skype” with somebody. Within these examples one services becomes the representation of a kind of Internet activity.
The fifth pillar is a common phrase of open source & peer-to-peer businesses. By “being open and collaborative” activities can involve users and initiate as well as foster the viral processes.
If you have read of this list and know some kind of source, please comment or contact me.

Welches sonst - das Alternative Genre startet die wirkliche Musik-Revolution

Am Mittwoch ging ja die Nachricht von LastFM’s “Free Music” Aktion um die Welt, die meines Erachtens nicht wirklich “revolutionär” ist, da hier zwar Musik in voller Länge über einen Flash-Player abgespielt werden kann, aber unbegrenzt auch nur über ein Subscription-Modell verfügbar ist. Sprich der interessierte Hörer zahlt und ist in seiner Nutzung auf die Möglichkeiten des Last.FM-Netzwerkes begrenzt bzw. kann es nur online über den speziellen Flash-Player hören. Das Modell unterstützt nicht das “dezentralisierte” Nutzungsverhalten der Kunden - denn wir leben in einer Welt der austauschbaren Endgeräte und des Strebens nach ubiquitären Konsums von digitalen Produkten. Letztendlich erhalte ich bei iTunes für das bezahlte Nutzrecht doch mehr Freiheiten als bei Last.FM!
Die wirkliche Revolution kann aber IMHO auch nicht auf der Seite der Mittelsmänner (nichts anderes sind Last.FM als auch iTunes oder aber auch die Labels!) anfangen, sondern nur beim Produzenten. Und dies nicht bei den Kleinen (denn die vertreiben ihre Musik mangels eines Plattenvertrages ja eh schon direkt!), sondern bei denen, die eine gewisse Bedeutung für den Markt haben - so z.B. wie die Gruppe “Radiohead”, die im Oktober letzten Jahres mit EMI gebrochen und dann einen Wandel eingeleitet hat. Zur Veröffentlichung ihres aktuellen Albums “In Rainbows” bot die Gruppe das Album zum Download auf ihrer Seite an - vollständig und ohne DRM, aber mit einem Reverse-Pricing-Model (siehe Mashable-Beitrag). Sprich der Musikinteressent konnte das komplette Album direkt auf der Radiohead-Homepage beziehen und bezahlte einen Preis, der es ihm Wert war - dabei wurde ein Minimum von 1 Pence (plus Kreditkarten-Gebühren) verlangt. Ich schreibe hier in der Vergangenheit, denn der Download war zeitbegrenzt bis zum 10.Dezember verfügbar (siehe Beitrag am 05.Dez. im Radiohead-Blog) - sprich die Reverse-Pricing-Idee bei Radiohead war weniger ein langfristiges Geschäftsmodell als vielmehr eine Promotion-Aktion zur Einführung - denn seit dem 31.12. ist es regulär zum Fixed-Price zu erstehen. Aber auch hier - nicht mehr als CD, sondern nur als Vinyl für den Sammler oder als Download. Der Vertrieb erfolgt dabei nach dem Bruch mit EMI mit zwei kleineren Labels.
Nachahmung fand die Radiohead-Aktion dann auch gleich im November bei Saul Williams (wieder via Mashable) - der sein Album “The Inevitable Rise and Liberation of NiggyTardust” für die ersten 100.000 Downloads kostenlos anbot und in der Folge den Preis für das Album auf fünf US-Dollar im Direktbezug über die Website verfügbar gemacht hat (siehe Notiz auf Website).
Und nun kommen The Charlatans, die - wie Mashable wieder einmal berichtet - auch eine “Radiohead-Karte ziehen”. Auch hier wird nun ein kostenloser Download des kompletten Albums in Aussicht gestellt. Dessen Veröffentlichung am 05. März mit zwei kostenlosen Single-Download-Veröffentlichung promotet wird. Hinter dieser Aktion steht wiederum ein bekannter Produzent - Alan Moulder, der Bands wie Nine Inch Nails, The Smashing Pumpkins und The Jesus and Mary Chain produziert. Immer mehr experimentieren also derzeit auch große Namen im Musikgeschäft mit alternativen Geschäftskonzepten.
Ein großer Name in diesem Zusammenhang ist auch Peter Gabriel, der am morgigen Sonntag als “Personality of the Year” beim internationalen Musikbranchen-Kongress Midem in Cannes ausgezeichnet wird. Die Auszeichnung (hier ein Hintergrundbericht) erhält er dabei sowohl für sein musikalisches Lebenswerk als auch für sein humanitäres Engagement wie auch seine Branchenverdienste mit seinem ehemaligen Dienst On-Demand-Distribution und seinem neuen Dienst WE7, einem Werbe-refinanzierten Musikdienst. Und auch das Thema “disruptive strategies” wird auf der Midem diskutiert - seit drei oder vier Jahren gibt es für das Online-Musikbusiness dabei auch die Spezialkonferenz MidemNet, auf der die aktuellen Trends und Entwicklungen zu diesem Thema diskutiert werden. Einige Berichte zur MidemNet finden sich im Event-Blog der Marktanalysefirma MarketCluster, die Analysen zum Musikmarkt machen und hier ein Wachstum von 38% für das Online-Musikgeschäft in 2007 ermitteln konnten. Sie sehen dort wiederum als Erfolgsmodell das Subscription-Modell, welchem aber von Ted Cohen im MidemNet-Blog widersprochen wird: “Regarding Rental Subscriptions - I respectfully Disagree!!”
Die Musikbranche steht also im Wandel - hat aber noch einen langen Weg vor sich. Und dies wird deutlich, wenn man die Ausführungen von Seth Mnookin über Doug Morris, Chef der Universal Music Group, im Wired liest:

So how is it that an old-school music mogul who can barely hide his indifference to technology or his contempt for the download-loving public is out front on so many digital initiatives? Clearly, it’s not because he wants to improve the music experience for consumers. It’s also not because he finally understands that MP3s are fundamentally changing his business, whether he likes it or not. And if he’s “invigorated and challenged by the opportunities of digital music,” as Caraeff puts it, that’s only because he relishes a fight. In truth, his motive is simple: He wants to wring every dollar he can out of anyone who goes anywhere near his catalog.

Marketing 2.0 und Alternate Reality Games

Mein Patenkind ist 17 Jahre alt und bereits seit sechs oder sieben Jahren ein hochinvolvierter Rollenspiel-Fan. Er fährt zu irgendwelchen Treffen seiner Community, die aus Personen unterschiedlicher Altersklassen besteht und gibt für dieses Faible schon ein substantielles Geld für Literatur, Kostüme, Reisen aber dann auch Technik-Krams wie Camcorder und Online-Zeit aus. Dass also Fantasy abseits des Buchmarktes auch ein Genre und Markt darstellt, kann man also nicht verleugnen. Es liegt sicherlich in der Faszination des “Geheimnisvollen” als Motivator sowie in der “Social Richness” als Verstärker wie es in der “Interaktionstheorie” bzw. genauer der “Social Presence Theory” von Short, Williams and Christie beschrieben wird. (Siehe auch einen Beitrag von Ruth Schöllhammer und mir hier im EventBlog zum Games Marketing FORUM)
Warum also nicht dieses Involvement für das Marketing nutzen? Und insbesondere unter der Zuhilfenahme des Internet? Zumal ja gerade das Internet und seine Dienste technisch schon alle Verstärker der “Social Presence Theory” gut unterstützen - siehe hierzu auch die zahlreichen Beiträge und Bücher von Howard Rheingold und seinen (oder das ist auch noch gut: Real-Time Tribes). Heutige Dienste wie Blogs und Social Netzwerke geben diesen frühen Interpretationen dieser Effekte dann noch einmal eine neue Dimension. Denn vereinfachte und dialogorientierte Benutzerinterfaces ermöglichen eine in der Masse weitergestreute und in der Interaktion stärker involvierende Teilnahme an solchen Dienste.
Wenn man nun die selbstverstärkenden Effekte der Rollenspiel-Community und der elektronischen Medien zusammenführt, kommt man zu den Ansatzpunkten von Alternate Reality Games (kurz ARG) - den virtuellen Rollenspielen - die sowohl für den Spieler als auch für den außenstehenden Zuschauer sehr einnehmend sein können. Die Anwendung solcher virtuellen Rollenspiele im Marketing zeigen aktuell zwei Cases, die in der aktuellen Ausgabe des Wired auf English sowie bei Martin Oetting als auch bei Michael Domsalla diskutiert werden. Eine umfassendere Diskussion des Phänomens an sich findet sich auch beim ARG Reporter Patrick Möller, der zusammen mit Michael Domsalla Referent beim kommenden Social Web Breakfast in Berlin zum Thema “Marketing mit Alternate Reality Games” (siehe auch bei Michael) ist. (Für alle Nicht-Berliner: werde es mal wieder auf Video mitschneiden und dann hier verfügbar machen!)
Gestern kam dann noch die Idee, das Thema auch noch in den bevorstehenden Pre-Conference-Workshop “Viral Seeding” am 11.02. in Hamburg aufzunehmen. Hier referieren schon Björn Ognibeni und Christian Wilfer - und das Thema ARG, seine Initierung und Verbreitung sowie seine Effekte für die dahinterstehenden Vermarktungsziele wird den Workshop prima ergänzen. (BTW - Interessierte können sich hier mit dem Promo-Code DTSARG zum Selbstkostenpreis von 95 EUR anmelden!) Ich denke, die Diskussion mit den Viral-Experten am 11.02. wird sicherlich ganz spannend - auch nicht zu vergessen ist, die Attraktivität der Hauptkonferenz am 12.02. mit Ian Forrester (BBC), Stanko Ropic (Antenne BY), Nate Elliot (Jupiter Research) u.v.a. zu erwähnen (soweit das Veranstaltungsmarketing!).
Was hat das Thema nun wieder mit dem Thema dieses Blogs (Stichwort: Discovering the Starfish - also Dezentrale Organisation und Konzepte) zu tun? Nun - während klassisches Marketing 1.0 ganz klar zentralistisch organisiert ist (Unternehmen überlegt sich, was der Kunde möchte, konzepiert ein Produkt, Marketing und Agentur kreieren ein Vermarktungsstrategie und -umsetzung und der Kunde muss es “fressen oder sterben”!), ist Marketing 2.0 dialogorientiert (Stichwort Get Conversational ) und dezentral - sprich das Unternehmen legt nur noch Köder aus, die der Kunde aufgreift und nach Möglichkeit (viral) promotet, damit das Produkt vermarktet und/oder dann sogar verkauft (Stichwort: Social Commerce und das Social Web Breakfast mit smatch - zu dem ich gerade auf dem Weg hin bin!). Das Marketing mit Alternate Reality Games geht dabei sogar noch einen Schritt weiter und lädt den Trigger (aka die Vermarktung des Produktes) noch mit einem eigenen Unterhaltungsnutzen (dem Mysterium hinter dem Rollenspiel) auf. Und das macht es halt doppelt spannend.

BBC goes MySpaceTV - Mainstream Media Networks erweitern Content-Wertschöpfungsprozess

Bei Mashable habe ich gerade über den MySpace-BBC-Deal gelesen. Fazit - die Medienunternehmen - hier TV - erschliessen nun den nächsten Content-Wertschöpfungsschritt. Nach der Aussendung im Premium-Umfeld (wo die höchsten Werbegelder sind!), der Wiederholung in Spartenkanälen (den Dritten bzw. weniger interessanten Sendeplätzen), der Bereitstellung der Inhalte auf der eigenen Website (siehe GZSZ) kommt nun die Viert-Vermarktung auf den Video-Plattformen. Auch hier gilt: die Vermarktungskette geht von zentralisierter Vermarktung über zu dezentralisierter, wobei die Video-Plattform immer noch das Spinnen-Konzept nach Rod Beckström ist (Anmerkung: muss unbedingt ein Review zum Buch schreiben, damit klar wird, was ich meine!) und erst die Einstellung der Inhalte in P2P-Netzwerke zum Starfish wird. Dennoch - klar wird, dass das Social Media - Umfeld auch für das Fernsehen nicht konkurrierend sondern komplementär genutzt werden kann.
Interessant hierzu auch noch die Ausführungen von Ibo Evsan von Sevenload beim Social Web Breakfast zu Fernsehen 2.0 (siehe auch Links im Beschreibungstext zur Veranstaltung als Hintergründe!):


Link: sevenload.com