Das Intranet 2.0 FORUM in Zürich ist schon eine Weile her - und im Web gab es hierzu ja auch schon einige sehr gute Dokumentationen wie hier bei Webonomy sowie auch auf anderen Sites (z.B. hier, hier und im Blog meines Kollegen Stephan Schillerwein). Vor dem Hintergrund des bevorstehenden Enterprise 2.0 SUMMITs und den dort zur Diskussion stehenden Projekten möchte ich aber noch einmal auf ein paar Vorträge von der Veranstaltung eingehen, ein bisschen Video-Material freigeben sowie wichtige Aspekte nochmals herausstellen bzw. zur Diskussion stellen.
Zunächst einmal der Video-Mitschnitt - sowie die Präsentation - direkt von Jürg Stuker bereitgestellt:
Wesentliche Erfolgsfaktoren für Wiki-Projekte sind nach Stuker ein offener und authentischer Umgang mit dem Werkzeug - sprich keine Zugangsbeschränkungen, keine “Wände” (sprich versteckte Bereiche!), die etwas vor anderen verbergen, bzw. keine zurückgehaltenen Informationen und kein stellvertretendes Authoring. Im Mittelpunkt steht damit einmal mehr der Aspekt: “Be Open & Collaborate”.
Das bedeutet, dass Wikis Hierarchien durchbrechen dürfen/müssen - nur wenn über Hierarchiestufen und Abteilungsgrenzen hinweg Informationen “frei” gesammelt, publiziert und ausgetauscht werden können, wird das Wiki-Konzept funktionieren. Als wichtige Basis muss hier zunächst “Vertrauen” geschaffen werden - Vertrauen in die offene Kommunikations- und Publikationsmöglichkeit, wo Fehler gemacht werden dürfen, Fehler ohne Konsequenzen korrigiert werden, keine Sanktionen bei falscher oder irrelevanter Informationsbereitstellung erfolgen und das Korrektiv immer das Kollektiv und nicht die Organisation ist.
Aber auch Wikis sind nach Stuker nicht per se, das immer perfekt strukturierte System. Der Einzelne macht Fehler bzw. erzeugt irrelevante Informationen, die das Kollektiv nicht immer sofort erkennt bzw. toleriert. Deshalb empfiehlt er dennoch einen Moderator - in der Wiki-Szene auch als WikiGnome bezeichnet.
A WikiGnome is a wiki user who makes useful incremental edits without clamouring for attention.
Vor dem Hintergrund des Rufes nach Offenheit und organisatorischer Dezentralität (Wiki muss Hierarchien durchbrechen!) widerspreche ich aber Stuker, wenn er sagt, dass die Moderation als Funktion eines Mitarbeiters zugesprochen werden sollte. Dies führt wieder dazu, dass der Moderator über den Autoren steht, was im Sinne von Rod Beckstrom wiederum eine “Spinne” ausmacht und nicht den “Seestern” repräsentiert. Ich denke, erst die vollständige Dezentralität wird das Wiki-Projekt zum langfristigen Erfolg bringen. Und dabei müssen sich Moderatoren aufgrund ihres selbstmotivierten Engagements in dem Wiki-Projekt als Moderatoren und damit als “WikiGnomes” auszeichnen.
Ich bin schon sehr gespannt auf die Wiki-Fallstudien von Motorola, Fraport und SFR beim Enterprise 2.0 SUMMIT und darauf, inwieweit in diesen erfolgreichen Projekten die von Stuker propagierten Erfolgsfaktoren sich wiederfinden.
Weitere Zusammenfassungen zu diesem Vortrag:
- http://webonomy.blogspot.com/2007/12/intranet-forum-best-practices-fr-wikis.html
- http://blog.namics.com/2007/12/tipps_fur_den_e.html
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